Mit diesem Blog möchten wir Recherchen und Anregungen aus der Welt der Fußböden in all seinen Aspekten einholen, denn die Komplexität und der Reiz dieser Welt, die aus Technologie, Handwerk, Design, Kreativität und vielem mehr besteht, hören nie auf, uns zu überraschen… und werden garantiert auch Sie überraschen.

Eine Rekordkomplexität. Ein Gespräch mit Francesco Bollani

Donnerstag 16 Juni 2016
Marketing Mirage
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Marketing Mirage

Auf einem Teil der Fläche des vormaligen Alfa Romeo-Werks in Arese wurde das Shoppingcenter „Il Centro“ eröffnet. Es ist nicht nur eine der größten dem Gewerbe gewidmeten Anlagen Europas, sondern vielmehr ein Symbolgebäude, das, an große internationale Bauwerke angelehnt, von einem einzigen, von Plätzen und Orten der Begegnung gekennzeichneten Weg durchzogen ist.

Architekt Francesco Bollani, einer der Projektleiter und Mitinhaber von Sviluppo Arese, hat sich um die städtebauliche Planung und die Bauleitung dieses imposanten Projekts gekümmert.

In diesem kurzen Interview hat er uns die wichtigsten und interessantesten Momente dieser Herausforderung erzählt, an der Mirage als Lieferant von Fußbodenmaterialien beteiligt war.

 

Wir würden dieses Interview gerne mit einem der Aspekte beginnen, der uns wirklich neugierig macht: Was bedeutet es in Hinsicht des Umgangs mit der Komplexität, ein Projekt dieses Kalibers von den Anfängen bis zur Eröffnung zu verwalten?

Die Komplexität eines Projekts dieses Kalibers ist vor allem auf die Gesamtdauer der Errichtung zurückzuführen: 4 Jahre ab dem ersten Entwurf bis zur Eröffnung. Während dieser Zeit war die Komplexität durch die Änderungen bedingt, die sich im Lauf der Arbeiten als notwendig erwiesen haben - Ideen und Anregungen, die das anfangs festgelegte Konzept komplett auf den Kopf gestellt haben. Ein Beispiel dafür ist die Auswahl Ihres Materials: Im ersten Projekt sollte Porphyr verwendet werden, das dann mit Marmor und schließlich mit Holz und mit Feinsteinzeug mit 10 mm Stärke ersetzt wurde. Erst 1 Jahr vor der Eröffnung des Einkaufszentrums wurde das Feinsteinzeug von Mirage mit 20 mm Stärke endgültig gewählt.

Um auf Ihre Frage zurückzukommen, die wahre Komplexität im Umgang mit dieser Art von Projekt liegt darin, alle im Lauf der Ausführung vorgenommenen Änderungen aufzunehmen, die unvermeidlich eine Neuplanung und Neuorganisation erfordern, von denen das gesamte Projekt betroffen ist.

 

Um beim Thema Planung zu bleiben, auf welche Weise wird das Layout eines Einkaufszentrums von den stilistischen Trends des Moments beeinflusst?

Tendenziell wird sie nicht davon beeinflusst, zumindest nicht in unserem Fall. Dieses Projekt wurde vielmehr von Innovationen im Ansatz beeinflusst, das heißt, von der Vorstellung einer neuen Art von Einkaufszentrum als Lebensraum. Arese wurde im Gegensatz zu anderen ähnlichen Räumen mit einer innovativen Struktur entwickelt: ein eindrucksvoller Außenbereich, von dem man in den extrem breiten Gang im Inneren - eine wahre Straße - und auf die Plätze, die die Struktur prägen und in jeder Hinsicht Treffpunkte darstellen, gelangt.

All diese Innovationen haben dazu geführt, dass die Konsumenten die Räume des Einkaufszentrums „leben“ und sich darin eindeutig länger als in ähnlichen Bereichen aufhalten, wodurch auch das Geschäft angekurbelt wird. Um zur Frage zurückzukehren: Wir haben die Tendenz selbst geschaffen, anstatt ihr zu unterliegen. Dafür spricht auch, dass zahlreiche europäische Einkaufszentren sich jetzt angesichts der vorgenommenen Innovationen und des erzielten Erfolgs an unsere Standards anpassen.

 

Gab es besonders komplizierte Momente bei der Umsetzung, einen Punkt, an dem die Probleme unüberwindbar zu sein schienen?

Normalerweise treten die wichtigsten Probleme ungefähr 60-90 Tage vor der Eröffnung auf. Das Eröffnungsdatum einer Struktur wie einem Einkaufszentrum wird ungefähr 3 Jahre davor am grünen Tisch beschlossen, und der Zeitplan der Arbeiten wird davon ausgehend festgelegt.

Aber erst 90 Tage vorher - diese Zeit brauchen die Geschäfte normalerweise für die Einrichtung - können die wichtigsten und dringendsten Probleme auftreten und in manchen Fällen zu einer Verschiebung der Eröffnung selbst führen. Denn eine Eröffnung mit noch geschlossenen Geschäften wäre wirklich ein schwerer Schlag für das Image des neuen Zentrums.

 

Wenn man einen Blick auf das Projekt wirft, beeindrucken vor allem die wirklich unglaublichen Zahlen. Was können Sie uns dazu sagen?

Die Zahlen dieses Projekts sind tatsächlich unglaublich. Die betroffene Gesamtfläche beträgt fast 400.000 m2, davon 80.000 m2 überdachte Fläche mit mehr als 200 Geschäften. Die implementierte Fotovoltaikanlage produziert 1,5 Megawatt, die den Energiebedarf des ganzen Centers abdecken.

Der Beitrag von Mirage zu diesem Projekt bestand konkret in der Lieferung von mehr als 60.000 m2. Reiht man alle verwendeten Feinsteinzeugplatten aneinander, würde damit die Entfernung zwischen Ihrem Firmensitz in Pavullo und Mailand abgedeckt werden, um eine Vorstellung davon zu vermitteln. Wir dürfen außerdem nicht vergessen, dass das Einkaufszentrum in Arese, da es die Lage des alten Alfa Romeo-Werks erben konnte, komplett selbstständig ist und nicht an externe Dienste gebunden ist. Dank des internen Kraftwerks kann sich die Anlage selbst versorgen, während dank einer speziellen Kläranlage Trink- und Brauchwasser erzeugt werden kann.

 

Ich kann mir vorstellen, dass diese Anlage bezüglich der Umweltstandards extrem fortschrittlich ist. Haben Sie Umweltzertifizierungen erhalten?

Natürlich. Das Einkaufszentrum in Arese ist eines der wenigen Gewerbegebäude dieser Größe, die in Kürze mit der Zertifizierung Leed Gold ausgezeichnet wird, die eine extrem geringe Umweltbelastung bescheinigt, was bei Gebäuden dieser Art ein eindeutig wichtiger Wert ist.

 

Zurück zu den verwendeten Materialien: Warum haben Sie sich für die Platten von Mirage mit 20 mm Stärke entschieden?

Bei der Wahl der Fußböden mussten wir unter massiven, wartungsfreundlichen Materialien (vor allem mit einem niedrigen Absorptionsgrad) mit relativ großem Format wählen. Das Feinsteinzeug Mirage mit 20 mm Stärke erfüllt diese Eigenschaften vollauf und dank seiner Verwendung konnten wir bereits bei den Arbeiten einen Vorteil erzielen: LKWs und Schwerlaster konnten in allen Bauphasen frei darauf fahren, ohne, dass das Material geschützt werden musste. Dadurch, dass wir während der Bauarbeiten vermeiden konnten, die Fußböden angemessen zu bedecken und zu schützen, konnten wir mehr als €400.000 sparen.

Eine Kosteneinsparung, die auch mit der Zeit fortfährt, da das Feinsteinzeug mit 20 mm Stärke eine angemessene Widerstandsfähigkeit und Bruchlast auch gegenüber den Maschinen garantiert, die bei der Instandhaltung der Decken und der Struktur verwendet werden.

Die Verwaltungsphase war ebenso anspruchsvoll und erfordert den Einsatz von Schwerlastern. Aus diesem Grund haben wir von Anfang an die Verwendung von Parkett oder einem Feinsteinzeug mit traditioneller Stärke ausgeschlossen. Man darf auch nicht die Wartung vergessen, die normalerweise bei Marmor- oder Holzböden notwendig ist, da diese mit der Zeit neu poliert oder mit Schutzbeschichtungen behandelt werden müssen.

 

Am Ende jedes Projekts muss man die Ergebnisse betrachten, um den wahren Erfolg zu beurteilen, und im Fall eines Einkaufszentrums geht es um die Besucherzahlen. Kann man das Einkaufszentrum in Arese in dieser Hinsicht als Erfolg bezeichnen?

Natürlich kann man sich erst mit der Zeit ein sicheres Urteil bilden, aber ich persönlich bin absolut der Meinung. Nach der Eröffnung, bei der der Zulauf ungefähr 100.000 Personen betrug, hat sich das Einkaufszentrum auf einem ausgezeichneten Niveau stabilisiert: Zu Spitzenzeiten am Samstag und Sonntag werden durchschnittlich mehr als 65.000 Personen erreicht. Die restlichen Tage der Woche sind es ungefähr 45.000, und die Geschäftsbetreiber sind absolut zufrieden. Das ist ein ausgezeichnetes Ergebnis.